Kino: Wozu?
Kategorie: :: hgw am Samstag, 03. Januar 2004, 16:04
Der enorme Erfolg des Kinos könnte darauf hindeuten, dass die Aufgabe, die Kino und Filme in der Kultur erfüllen, besonders notwendig ist.
Aber wozu notwendig? Könnte es sein, dass jenseits des Wirschaftsfaktors und der Wirtschaftsmacht, den das Kino darstellt, noch andere Notwendigkeiten bestehen, die den Erfolg der Kinoindustrie begründen? Es müßten beinahe existentielle Notwendigkeiten sein, wie Essen, Sexualität, Schlaf, Sprechen.
Dass die Filmindustrie über Wirtschaftsmacht verfügt, ist nicht bestreitbar. Es mag aber noch andere triftige Gründe für diese Macht geben, als jenen, dass diese Wahrheit von der Filmindstrie gleichzeitig als "Ideologie, die den Schund legitimieren soll" (Adorno/Horkheimer) genutzt wird, um jeden Zweifel an der Notwendigkeit niederzuschlagen (1).
Die These ist: ähnlich wie in den Steinzeithöhlen die rituelle Weitergabe von Wissen (oder Geschichten) kritisch fürs Überleben des Stammes gewesen sein mag, kann heute die Kommunikation via Film/Kino (und schließlich: Medien) kritisch für den Zusammenhalt und Fortbestand unserer Gemeinschaften (oder für die Erhaltung individueller Identitäten) sein. Um es klar zu machen: Gerade um Hollywood (den Schund nach Adorno/Horkheimer) geht es dabei, um Filme, die ein Massenpublikum erreichen.
Links:
- The Cave of Lascaux (englisch oder französisch)
- Die Interpretation der Steinzeitmalereien auf den Höhlenwänden als frühe Form einer "Virtuellen Realität" (englisch) auf Transparencynow.com
Fußnote:
(1) Kulturindustrie - Aufklärung als Massenbetrug - Max Horkheimer / Theodor W. Adorno - Textauszug online nachzulesen unter Montagetheorie/Materialien Kritische Theorie
